Die österreichische Gastronomie hatte eine bewegte Woche: In Graz wurden bei den Rolling Pin Awards die besten Köche des Landes gekürt, das neue Tourismusbarometer 2026 von Deloitte und ÖHV zeigt steigenden Kostendruck – und 62 Prozent der Betriebe suchen weiterhin Personal. Hier sind die wichtigsten Gastro-News aus Österreich im Überblick, kompakt aufbereitet für Gastronomen, Hoteliers und Gasthof-Betreiber.
Rolling Pin Awards 2026: Lukas Nagl ist Österreichs bester Koch
Graz stand am 8. und 9. Juni ganz im Zeichen der Spitzengastronomie: Rund 5.000 Köchinnen, Köche, Sommeliers und Gastronomen kamen zur Rolling Pin Convention, dem größten Food-Symposium Zentraleuropas, in die steirische Landeshauptstadt. Der Höhepunkt: die Verleihung der Rolling Pin Awards, über die Fachkolleginnen und -kollegen aus der Branche selbst abstimmen.
Bei den „100 Best Chefs Austria 2026″ gab es einen Wechsel an der Spitze: Lukas Nagl vom Restaurant Bootshaus in Traunkirchen (Oberösterreich) holte sich Platz eins, vor Andreas Döllerer aus Golling an der Salzach (Salzburg) und Thomas Dorfer vom Landhaus Bacher in Mautern an der Donau. Heinz Reitbauer vom Wiener Steirereck – bereits sieben Mal die Nummer eins – wird künftig als erste „Legende“ geführt.
Weitere Auszeichnungen: Eva Schnabl (Restaurant Kabuff, Graz) wurde „Female Chef of the Year“, Maria Zellbauer vom Landgut am Pößnitzberg „Spülerin des Jahres“, und Johann Lafer erhielt die Ehrung für sein Lebenswerk. Außerdem wurden die Top-Arbeitgeber 2026, die Jungen Wilden und die 50 Best Sommeliers Austria gekürt – ein klares Signal, wie wichtig Mitarbeiterthemen in der Branche geworden sind. (Quelle: MeinBezirk.at)
Tourismusbarometer 2026: Volle Betten, weniger Gewinn
Während die Branche ihre Besten feiert, zeigt das aktuelle Tourismusbarometer 2026 von Deloitte und der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) die wirtschaftliche Realität. Rund 230 Touristiker aus ganz Österreich wurden befragt – die Kernzahlen:
- Die allgemeine Wirtschaftslage wird mit der Schulnote 3,2 bewertet – schlechter als im Vorjahr. Fast jeder zweite Betrieb erwartet eine weitere Verschlechterung.
- Bei jedem zweiten Betrieb hat sich der Gewinn in den letzten drei Jahren schwächer entwickelt als der Umsatz.
- Neun von zehn Betrieben rechnen mit weiteren Kostensteigerungen bei Energie, Einkauf und Personal.
- 63 Prozent berichten von rückläufigen Nebenausgaben der Gäste – vor allem in der Gastronomie, bei Wellness und Upgrades.
- 76 Prozent arbeiten an der Optimierung ihrer Kostenstruktur, 56 Prozent an effizienteren Abläufen.
Die wichtigste Zahl für die Personalplanung: Obwohl sich die Verfügbarkeit von Arbeitskräften leicht entspannt hat, haben 62 Prozent der Betriebe weiterhin offene Stellen. Der Fachkräftemangel bleibt das strukturelle Dauerthema der Branche – von der Küche über den Service bis zum Housekeeping.
Branchentreffen in Innsbruck: Der ganze DACH-Raum unter Druck
Dass Österreich mit diesen Herausforderungen nicht allein ist, zeigte das Jahrestreffen der deutschsprachigen Branchenverbände von 31. Mai bis 2. Juni in Innsbruck: Die Fachverbände der WKÖ und die ÖHV empfingen Kollegen aus Deutschland, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol. Der gemeinsame Befund: Trotz guter Auslastung belasten stark gestiegene Energie-, Einkaufs- und Personalkosten die Ertragslage der Betriebe im gesamten deutschsprachigen Raum. Gastronomie und Hotellerie bleiben dennoch ein zentraler Wirtschaftsfaktor und verlässlicher Arbeitgeber.
Was bedeutet das für Ihren Betrieb?
Die Botschaft der Woche ist eindeutig: Ausgezeichnet werden die Betriebe, die in ihr Team investieren – und wirtschaftlich erfolgreich bleiben jene, die Kosten und Personalplanung im Griff haben. Konkret heißt das:
- Früh planen statt teuer improvisieren: Wer Saisonkräfte für die Wintersaison erst im Herbst sucht, zahlt drauf. Die besten Kräfte sind Monate vorher vergeben.
- Schlüsselpositionen absichern: Ein verlässlicher Koch entscheidet über Qualität, Bewertungen und Umsatz. Geprüfte Köche finden ist heute ein Wettbewerbsvorteil.
- Service nicht vernachlässigen: Gerade wenn Gäste weniger Nebenausgaben tätigen, macht freundlicher, schneller Service den Unterschied – qualifizierte Servicekräfte sind die Basis.
- Flexible Modelle nutzen: Erfahrene Arbeitskräfte aus der Slowakei decken Spitzen ab, ohne die Fixkosten dauerhaft zu erhöhen – mit fairer Bezahlung nach Kollektivvertrag.
- Transparent kalkulieren: Personalvermittlung muss kein Kostenrisiko sein – transparente Konditionen machen die Planung einfach.
Fazit: Personal ist die Ertragsfrage des Jahres
Ob Rolling Pin Awards mit eigener Kategorie „Top-Arbeitgeber“, Tourismusbarometer mit 62 Prozent offenen Stellen oder das Branchentreffen in Innsbruck – alle Signale zeigen in dieselbe Richtung: Gutes Personal entscheidet 2026 über den wirtschaftlichen Erfolg in Gastronomie und Hotellerie.
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Quellen: MeinBezirk.at (9.6.2026), GASTRO.at / Deloitte & ÖHV Tourismusbarometer 2026, Wirtschaft Kompakt – Jahrestreffen der Branchenverbände Innsbruck, rollingpin.at.
